Alzheimer Krankheit

 

Die Erkrankung ist benannt nach dem deutschen Nervenarzt Alois Alzheimer (1864-1915), der sowohl die Symptome als auch die charakteristischen neuropathologischen Veränderungen wie die Ablagerung von Plaques und neurofibrillären Tangles beschrieb. Im Jahr 1901 beschrieb Alzheimer den ersten Fall der Krankheit anhand des Falles einer 50-jährigen Patientin namens Auguste Deter, die ihm in der Frankfurter Nervenklinik vorgestellt worden war. Auguste Deter starb 1906 in der Klinik. Symptome: Das Frühstadium ist durch eine fortschreitende Minderung des Kurzzeitgedächtnis, der Orientierungsfähigkeit und der sprachlichen Ausdruckvermögens gekennzeichnet. Komplizierte Alltagsaufgaben können nicht mehr wie zuvor bewältigt werden.

Im mittleren Stadium kommen Störungen des Langzeitgedächtnisses und Denkvermögens hinzu. Ferner entstehen nicht-kognitive Symptome wie Unruhe, Reizbarkeit, emotionale Labilität oder Aggressivität. Die Patienten brauchen oft bei einfachen Alltagstätigkeiten Hilfe und können nicht mehr selbständig leben.

Im Spätstadium besteht ein hochgradiger intellektueller Abbau und vollständige Pflegebedürftigkeit. Die Symptome treten schleichend ein und schreiten allmählich fort. Ein Stillstand über mehrere Monate ist oft ohne Behandlung möglich, jedoch kommt es zu keinen wesentlichen Zustandsbesserungen. Die durchschnittliche Überlebensdauer (gerechnet vom Auftreten der ersten Krankheitssymptome) beträgt rund 8 bis 9 Jahre, vom Zeitpunkt der klinischen Diagnose rund 6 Jahre.

Die Alzheimer-Krankheit wird in den meisten Fällen nicht vererbt. Es gibt aber eine genetische Komponente in der Verursachung der Alzheimer-Krankheit. Bei ca. 5-10% der Betroffenen liegt eine familiäre Häufung (Familial Alzheimer Disease (FAD)) vor. Von der Alzheimer-Erkrankung sind am häufigsten Menschen höheren Alters betroffen. Durch die Bevölkerungsentwicklung mit immer älter werdenden Bürgern steigt daher auch die Alzheimer-Prävalenz: In der Altersgruppe der 65-jährigen sind etwa 2 % betroffen, bei den 75-Jährigen 6 % und bei den 85-Jährigen zeigen etwa 20 % Symptome der Alzheimer-Demenz. In Deutschland leiden aktuell ca. 700.000 unter Morbus Alzheimer. Jedes Jahr werden etwa 120.000 neue Fälle der Alzheimer-Erkrankung diagnostiziert. Laut einer von der Alzheimer’s Disease International (ADI), der Dachorganisation der nationalen Alzheimer Gesellschaften, 2009 veröffentlichten Analyse leben weltweit rund 35,6 Millionen Menschen mit Demenz. Es wird geschätzt, dass sich diese Anzahl alle 20 Jahre fast verdoppeln wird, auf 65,7 Millionen im Jahr 2030 und 115,4 Millionen im Jahr 2050.

Der Bericht kann in versch. Sprachen hier kostenlos heruntergeladen werden.

Als Risikofaktoren gelten – neben dem Altern und einer genetischen Disposition – ein vorangegangenes Schädel-Hirn-Trauma und kardiovaskuläre Erkrankungen wie einschließlich Diabetes mellitus, Bluthochdruck, bereits erlittene Schlaganfälle und ein erhöhter Cholesterin-Spiegel.