S3-Leitlinie Morbus Parkinson
Leitlinien sind wichtige Entwicklungs- und Steuerungsinstrumente evidenzbasierter Medizin. Für die ca. 200.000 Patienten mit Parkinson-Syndromen in Deutschland liegt bisher eine Leitlinie der Entwicklungsstufe 2 ohne systematische Evidenzbasierung vor.
Ziel des laufenden Projektes ist eine Leitlinie für Diagnostik und Therapie der Parkinson-Syndrome auf der Stufe 3 mit einer formalisierten und transparenten Evidenzbasierung und einer strukturierten Konsensfindung durch eine repräsentative Entwicklergruppe.
Dabei folgt die Leitlinienentwicklung den Regularien einer S3-Leitlinie entsprechend den Vorgaben der Arbeitsgemeinschaft Wissenschaftlicher Fachgesellschaften (AWMF; www.awmf.de). Dieses strukturierte Verfahren umfasst eine systematische Evidenz-recherche und die Konsentierung der Leitlinienaussagen durch alle in der Betreuung und Behandlung von Parkinson-Syndromen tätigen Gesellschaften und Verbände. An dem formalisierten Konsensprozess unter Moderation der AWMF sollen mehr als 20 medizinische und nicht-medizinische Fachgesellschaften und Verbände beteiligt werden. Thematisch umfasst die Leitlinie die Diagnostik und Therapie aller Parkinson Syndrome (idiopathisches und atypische Parkinsonsyndrome). Als Quell-Leitlinie wurde die Leitlinie des National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE) ausgewählt, da sie die höchste DELBI (Deutschen Instrument zur methodischen Leitlinien-Bewertung)-Punktzahl erreichte. Die Thesen des NICE wurden auf die deutsche Situation übertragen und um die atypischen Parkinson-Syndrome erweitert. Der Konsentierung durch Vertreter der beteiligten Gesellschaften und Verbände geht die Evidenzrecherche sowie ein Vorschlag für die Evidenzbewertung der Leitlinienaussagen durch die Methodik- ruppe voraus. Nach der Konsentierung wird der Leitlinientext erstellt und zur finalen Prüfung vorgelegt. Erstmals sollen auch Wirtschaftlichkeitsüberlegungen in die Empfehlungen der Leitlinien einfließen.
Die Erstellung der S3 Leitlinie ist ein wichtiger Schritt in der Qualitätsverbesserung der Versorgung von Parkinson Syndromen. Von zentraler Bedeutung ist, dass durch die Verbesserung der wissenschaftlichen Methode die Chance für eine Implementation in den Versorgungsalltag und die Akzeptanz der Leitlinie gestärkt wird.
Unterstützt wird die Erstellung der S3-Leitlinie von der deutschen Parkinon-Vereinigung (dPV).
