GBM (Glioblastom)

Nach Angaben der Deutschen Hirntumorhilfe e. V. erkranken in Deutschland etwa 6.000 Menschen jährlich an einem Hirntumor. Das Glioblastom, auch Glioblastoma multiforme genannt, ist der häufigste Hirntumor bei 45- bis 70-Jährigen. Die Weltgesundheitsorganisation teilt Tumoren in vier unterschied¬liche Grade (von I bis IV) ein. Ein Glioblastom wird dem Grad IV zugeordnet, dem höchsten Malignitätsgrad. Glioblastome wachsen äußerst schnell und haben eine infauste Prognose: die mittlere Überlebensdauer nach der Diagnose liegt bei unter 15 Monaten, das 5-Jahres-Überleben liegt bei weniger als 10% (Wirth, Samaranayake et al. 2009). Bei Männern tritt das Glioblastom häufiger auf als bei Frauen. Bedingt durch das schnelle Wachstum eines Glioblastoms treten die Beschwerden schon nach relativ kurzer Zeit auf. Starke Kopf¬schmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel oder epileptische Anfälle können Hinweise auf einen Hirntumor geben. Je nach Lage des Tumors kann es auch zu anderen neurologischen Ausfällen (z. B. Lähmungen, Sprach- und Sehstörungen) kommen. Zur Feststellung eines Glioblastoms werden primär bildgebende Verfahren genutzt: MRT (Magnetresonanztomografie) und CT (Computertomografie).

Eine ökonomische Bewertung von Erkrankungen ist angesichts kontinuierlich steigender Kosten und begrenzter Ressourcen im Gesundheitswesen notwendig (Schöffski et al., 2007). Die ökonomische Belastung setzt sich aus medizinischen und nicht-medizinischen Kosten zusammen, wobei insbesondere die nicht-medizinischen Kosten erhebliche Ausgaben für das Gesundheits- und Sozialwesen in Deutschland bedingen. Die Studienlage zur Evaluierung ökonomischer Auswirkungen von Tumor-Erkrankungen des Gehirns ist derzeit ungenügend und beschränkt sich fast ausschließlich auf die Kosten unterschiedlicher Therapieformen. Für Europa existiert eine Publikation aus dem Jahr 2005, in der die 1-Jahres-Prävalenz bösartiger Hirntumore / 100.000 für Deutschland mit 31.7 (für Männer) und 24.5 (für Frauen); Daten für die Krankheits-bezogenen Kosten fehlen jedoch (Ekman and Westphal 2005).

In unserer Studie sollen die Versorgungsqualität und der Ressourcen-Verbrauch der Behandlung von Patienten mit Glioblastom in unterschiedlichen Versorgungseinrichtigungen (Universitäts-Klinik, periphere Krankenhäuser) untersucht werden und dabei alle Schweregrade der Erkrankung untersucht werden. Zusätzlich sollen erstmals in Deutschland für das Krankheitsbild Glioblastoma multiforme auch die nächsten Angehörigen der Patienten im Sinne einer caregiver-burden-Studie einbezogen werden Ziel ist es eine umfassende Evaluation der Patienten hinsichtlich des Ressourcenverbrauchs, sowie der Belastung der Patienten und ihrer Familien durch das Glioblastoma multiforme vorzulegen.