Cultural Neuroscience
Hauptziel des Schwerpunkts „Cultural Neuroscience“ der Landesoffensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz (LOEWE) unter Leitung von Prof. Dr. Kircher (Klinik für Psychiatrie) und Prof. Dr. Wagner (Fachbereich Psychologie, Arbeitsgruppe Sozial-, Arbeits- und Organisationspsychologie) ist es, anlage- und umweltabhängige Gehirnaktivierungen während zwischenmenschlicher Kommunikation und ihre Störungen, insbesondere Konflikte, mit der Methode der Magnetresonanz-Tomografie (MRT) sowie mögliche Veränderung durch Schulungen oder Psychotherapie zu erforschen.
In einem Teilprojekt wird die Veränderung der Theory of mind- (ToM-) Fähigkeit von Probanden unter Stressbedingungen untersucht. Ebenso soll in diesem Teilprojekt die Fähigkeit zur Schmerzempathie untersucht werden. Dieses Teilprojekt ist ein Kooperationsprojekt zur Theory of Mind zwischen Prof. Dr. Rief (Fachbereich Psychologie, Arbeitsgruppe Klinische Psychologie und Psychotherapie) und Prof. Dr. Dodel (Fachbereich Medizin, Neurologische Klinik).
ToM ermöglicht das Verständnis und die Vorhersage von Verhaltensweisen des jeweiligen Gegenübers und stellt daher eine grundlegende Fähigkeit in sozialen Situationen dar. In dieser Studie soll untersucht werden, ob die ToM-Leistung durch Stresserleben negativ beeinflusst wird. Zum Einsatz kommen drei unterschiedliche Stressinduktions-Paradigmen (Zeitdruck, Leistungsdruck und Schmerz) sowie zwei verschiedene ToM-Paradigmen. Die verwendeten Stressinduktions-Paradigmen sollen zunächst in einem aktuellen Projekt hinsichtlich ihrer Validität und Praktikabilität untersucht werden, so dass diese Paradigmen in einem weiteren Schritt in einer Untersuchung der Hirnaktivität mittels funktioneller Magnet-Resonanz-Tomographie eingesetzt werden können. Hierbei soll weiterhin erfasst werden, ob sich diese Prozesse in Abhängigkeit des Gegenübers unterscheiden. Verglichen werden ToM-Leistungen gegenüber Mitgliedern der Ingroup (d.h. Mitglieder der eigenen Gruppe) bzw. gegenüber Mitgliedern der Outgroup (d.h. nicht Mitglieder der eigenen Gruppe).
